Gott schlaegt einem das beste vor.

2 Wochen Dubai, 2 Monate Jemen, 4 Tage Sydney, 3 Monate Neuseeland, 1 Woche Tahiti, 3 Wochen USA ist der Plan. In 7 Wochen zurueck in der Heimat?Geht gar nicht! hatte ich schon nach 2 Wochen Roadtrip gemerkt. Und Gott hat mir zu gestimmt, gefuehlstechnisch.

Laenger in Neuseeland, vieel laenger und die USA intensiver erleben, viel intensiver. Es draengten sich sofort 2 Plaene Varianten auf: ganz lange weg sein, aber puenktlich zur naechsten Pflicht in der Heimat sein oder ganz ganz lange weg sein und erst irgendwann 2010 zu studieren. Die Pflicht hat laut aus dem Inneren geschrien, mein Geda riefen aber immer zu, das ist zu kurz fuer Neuseeland. Und wieder hat Gott zugestimmt, lostechnisch.

5 mal hintereinander hat die Muenze einen Kiwi gezeigt, was einer 3,125%tigen Wahrscheinlichkeit entpricht. Egal ob das nun Gott war oder nicht, ich hatte mich entschlossen dem Muenzergebniss zu folgen, da meine Logik mit ihren Eroeterungen und ProKontraListen am Ende war. Auf dem Weg zum Reisebuero schrie das Innere aber noch lauter: Studium, Mama zum Geburstag ueberraschen, Studium, Lebenslauf, Studium, Mama, Studium, Lebenslauf, Lebenslauf, Lebenslauf. Nagut, dann hat mir die Muenze eben nur klar gemacht, was ich wirklich will, gab ich dem inneren Draengen nach. In Sichtweise des Reisebueros ging es dann in meinem Kopf erst richtig los: krass, gleich lege ich mich fest. Oktober zu Hause und dann irgendwas studieren und arbeiten und den Pflichten hinter her jagen. Uhh Pflichten. Gar nicht so schlimm, wenigstens ein vertrautes und bezahltes Leben. Wo ist denn dein Mut geblieben? Traust du Gott nicht, dass er durch eine 3,125%tige Wahrscheinlichkeit zu dir redet? Muss es noch kleiner sein? Obwohl du ihm genau danach gefragt hattest? mh … Jiiiiihaaaaaaa, auf ins Abendteuer. Und dann habe ich meine Fluege gebucht: am 04. Oktober nach Tahiti und am 13. dann weiter nach LosAngeles. Krass, noch 5 Monate Neuseeland, ein kommender Winter und noch kein nach Hause Ticket. Super aufregend =).

Ich bin froh, dass Gott auch durch Muenzen redet, es aber dabei nicht belaesst. So hat er mir einen Durchbruch wegen des working Holiday Visum gebracht. Nach tausendundeiner Anfrage an immer wieder den gleichen Stellen und unter den gleichen Nummern konnte mir endlich eine Dame weiterhelfen [Beamten sind in Neuseeland leider auch nur Beamten]. Nach einer Absichtserklaerung und einer internen politischen Entscheidung musste ich doch kein medizinisches Zertifikat ueber mich ergehen lasse. So hat Gott mir dann 180 Euro gespart. Und so bestaetigt er sich immer wieder im Alltag, mehr davon wenn es mir mal wieder auffaellt =). Gott antwortet dir nicht nur, wenn du fragst, sondern ueberzeugt dich sogar! Klasse!

Workind-Holiday-Scheme / gueltig bis zum 18.Oktober 2009

Workind-Holiday-Scheme / gueltig bis zum 18.Oktober 2009

Und wenn ihr wissen wollt, warum ich in Neuseland bleiben will: Bilder bei Flickr anschauen!

Es fehlt was, das wusste ich schon die ganze Zeit.

Seit meiner Kindheit und seit meinem Autokauf, ein Name. Es ist Zeit fuer ihn. Namenssuchen verhalten sich in meinem Kopf allerdings leider wie eine starke Kreativvakuumpumpe. Eine andere Idee kam: ein Wettbewerb. Die Jurie besteht aus Marvin dem Traeumer, Marvin dem Aestheten und Marvin dem Kopflosen. Mit dem Schoepfer des ausgewaehlten Namens werde ich persoenlich 20 Minuten lang schwatzen (Gruppeneinsendungen erlaubt!). Die Frage:

Wie wuerdet ihr mein Auto taufen?

Inspirationsquelle: Gott gibt seinen Kindern einen Namen und das findet die christliche Literatur immer ziemlich wichtig. Ist sogar logisch: Namen geben Identitaet und Namen von einem allwissenden Namensgeber geben dir deine Identitaet. Kennst du deinen Namen? Ich kenne meinen, Marvin … oder? Leise Zweifel bleiben immer, vielleicht hat Gott nach noch einen eindeutigeren Namen fuer mich, so wie Mama mich immer Sonnenstrahl genannt hat. Also? John Eldredge beschreibt in seinem Buch „Wild at Heart“ [fuer alle Sicherheitsfanatiker, Mamasoehnchen und Machos haertestens zu empfehlen], wie er seinen Namen erfaehrt: er hatte immer Zweifel an seiner maennlichen Staerke und da schlaegt im Gott auf die Schulter und meint: du bist Maximus [Gladiator]. So ein Vorbild hatte ich nie wirklich, vermutlich alle zu magelhaft und nur einseitig auf mich passend. Ich formte lieber mein Ziel in meinem Kopf: Mann sein, unabhaengig sein und alleine das Leben stehen. Also wieso sollte Gott mir da auf einmal einen anderen Namen aufdruecken? Irgend einen maennlicheren Namen? Salomon? Bono? Maximus? Barak? Domi? Nein danke, ich bin Marvin. Schlieszlich bin ich unter diesem Emblem schon seit 20 Jahren bekannt und vermarkte meinen Namen mit meinem Leben. Waere ja schoen bloed was Etabliertes vom Markt zu nehmen, da evoluzioniere ich Innovation lieber von Innen. Warum? Dazu Fingal’s Philosophie: „Zu einem Zeitpunkt kannst du nur eine Persönlichkeit verkörpern, sie wechselt Situations- , ja Sekundenweise, je nach Betrachtung. Ein wahres ich, gut oder böse, moralisch oder unmoralisch, gefühlvoll oder kalt, introvertiert oder extrovertiert, gibt es nicht. In der eigenen Erinnerung gibt es kein Zeitgefühl, es wird von außen künstlich durch Zahlensysteme aufobtruiert, alle eigenen Taten verschmelzen zu einem, obwohl die Dinge nacheinander ablaufen. Was du wirklich bist, was wir alle wirklich sind, bestimmt die Gegenwart, die Vergangenheit ergänzt nur“ [Top auf den Punkt gebracht mein kleiner Bruder =]. Also alles nur eine Sache der Ansicht? Psychologische (selbst)Manipulation? John braucht Ermutigung und Zustimmung von Auszen, bekommt sie durch Gott und steht wie ein Mann. Der Name war der Name seines Vorbildes, weil Filme in ihm eine lebendige und fesselnde Vorstellung aufleben lassen, ein faszinierendes Vorbild. Ich forme in meinem Kopf ein Ideal und bin frustriert, dass ich dem nicht entspreche. Mir zeigt Gott jeden Tag, wie er mich liebt und ruft mich Marvin, den Namen, den ich von Tag zu Tag mehr mag. Und wieso suche ich trotzdem noch einen Namen? Ein Name Gottes beantwortet immer seine Fragen. Ich hoere noch keine Begeisterung fuer meine Taten, weil ich nichts schoepfe. Ich bin unsicher in Richtung, Ding, Sinn, Perspektive, Perfektion… also Gott, was ist mein Name? Das ist wohl der Wettkampf zwischen mir und mir: hoere ich meinem Kopf oder Gott zu…

Mann.

Schweigen ist keine Pause, sondern der Moment, um den Genuss des Lebens in sich aufzunehmen.

Die letzte Rundreise [Synchronuebersetzung fuer alle Namenslegisteniker und Nachschlagefaulen]: Es hat mich dank Rapha’s Kommentar auf seinem Blog („man kann sich halt in so Pools reinsetzen – klingt so spannend wie es ist und ist 35-41 Grad warm[...]von den 14 NZD die ich fürs Rumsitzen im warmen (und stinkenden) Becken bezahlt“) nach Hamner Springs gezogen, um dann weiter ueber den Lewis Pass [auf der untereren Insel von Mitte der rechten Kueste nach links ueber das Gebirge in der Mitte] nach Nelson [und dannach oben bis an die Kueste] zu fahren und von dort aus den Abel Tasman National Park und Takaka in der Golden Bay [noch weiter links oben bis nichts mehr geht und wieder zurueck] zu erkunden. Nach ein paar zu wenigen Tagen ging es dann wieder an die Westkueste [nach unten und links ueber die Berge an die Kueste] und ueber Westport, Punakaiki, Greymouth und Hokitika zum Franz Josef (der alte Bekannte … Gletscher =) rechte Kueste 2/3 in ihrer Gesantlaenge nach unten]. Und schlieszlich wegen miesem Weter ueber Arthurs Pass [bis in die Mitte zurueck und rechts ueber das Gebirge] nach Hause [an die rechte Kueste]. Das ganze hat 2 Wochen gedauert und war vor 3 Wochen vorbei. Sinn der Sache? Gefuehlsbefriedigung die Strasze schlagen zu muessen und mir einen Ueberblick zu verschaffen, wo ich nochmal hin will [und das Synchronuebersetzen kein Job fuer mich ist, ich male das naechste mal lieber].

In Hamner Springs war ich mangels Badehose nicht im Wellnessbad, aber dafuer habe ich nach einer guten Tageswanderung in ein paar natuerlichen HotPools ein Bad genommen. Sie sind ein wohl gehuehtetes Geheimnis unter den Kiwis, auszer man hat die Ehre am Morgen der Abfahrt einen stolzen irischen Trinker Chef auf seinem Ausnuechterungsspaziergang zu treffen =). Im Abel Tasman National Park war ich zu geizig und im Zeitdrang, um die Kueste mit einem Kayak zu erkunden, konnte aber dafuer in der Golden Bay mit ein paar kleinen identitaetsgestoerten Seeroben, also Seehunden, in der freien Wildbahn „Hol das Stoeckchen spielen“. In Punakaiki war ich bei Ebbe an den Pfannkuchenfelsen und habe deswegen die aufsteigenden Wasserfontaenen nicht gesehen, aber habe mich dafuer an einer 7km Route mit rund 1000 Hoehenmetern bewiesen, bin sie in der Haelfte der angegeben Zeit gelaufen =). Und Franz Josef hat sich unter Regenwolken verkrochen, nur Gott hat sich nach einem leergefahrenen Tank mir in Form der ersten mit dem erhobenen Daumen gestoppte Person gezeigt, eine Englaenderin, die mich gleich zur Tankstelle und zurueck zum Auto gefahren hat.

Das Visum hat mich wieder zureck nach Hause getrieben und das Geld dort gehalten, zumindestens fuer eine Zeit…

Ich habe eine Vorliebe fuer viele Worte. Euch aber interessiert es eher wie das alles so aussieht, zumindestens laut meiner neuen PR-Beraterin, Hanna, die wurde naemlich wegen Versagen des letzten internen PR-Beraters befoedert ;) . Nun, ich kann nur wieder drueber reden in der Hoffnung, dass ganz viele Worte auch ein buntes Bild in euren Koepfen malen, denn im Moment bastel ich noch an den technischen Details. Es gibt die ersten unter Flickr.com -> marvletoil zu sehen. Wie man sowas verlinkt werde ich noch rausfinden, auch wenn es die andere halbe Weltreise dauert =).

Ein Versuche: www.flickr.com/photos/marvletoil
ich und der Couchbesitzer aus Auckland
ich im Sturm

Falls es nicht funzt, dann wisst ihr wenigstens, wie ich aussehe =)

jao, ich lebe noch … und mein persoenlicher PR-Berater hat mir die „so lange du dich nicht meldest gehts dir gut“-Strategie angeraten. Damit war allerdings eine andere Mitarbeiterin meines Beraterstabes gar nicht einverstanden. Ich habe dieser ehrenwerten Persoenlichkeit naehmlich noch vor gar nicht so langer Zeit persoenlich engagiert. Als externe Mitarbeiterin hat sie nur eine Aufgabe bekommen: tritt mir in den Arsch, wenn ich unkonsequent werde … Nein, diesmal ist die Antwort nicht Jesus, sondern Hanna. Und sie macht ihren Job in diesem Falle wesentlich physisch spuerbarer als der ehrenwerte Herr im Himmel. Nun was soll ich noch sagen auszer: *autsch* Dankeschoen! =)

Genau ueber mein Leben hier in Neuseeland schreiben: ich habe vor laanger Zeit einen Flieger von Auckland nach Christchurch auf die Suedinsel genommen, um mir dort nen VAN zu kaufen und durch die Gegend zu cruisen… joa und viel mehr habe ich auch gar nicht gemacht =). Nagut, mit viele faszinierende Menschen geplaudert und einfach in den schoensten Gegenden der Welt meine Seele baummeln lassen. Die ersten Tage in Christchurch waren durch den Autokauf & Geld organisationsstress gepraegt, was sich dann in einen AutoausstattungsWahn weiterentwickelt hat. Und dann habe ich noch bis zum Abschied von zwei netten Maedels in den botanischen Gaerten entspannt (5mal so grosz und viiiel bunter als der Kurpark =).
Und ja endlich, es hat mich rausgetrieben, alleine in meinem neuen kleinen zuHause auf der Strasze. Nach einem Besuch bei den Simpsons in Springfield nur, dass ich dort die Gelbgesichter gemisst habe, ging es dann auf der Inland Scenic Route 72 durchs Algaeu richtung Sueden. Weit kam ich allerdings nicht, da mich die Erinnerung an das Abholen meines reparierten Kochers wieder richtung Norden getrieben hat, was aber bei dem bisherigen Tagesablauf Fahren-Halten-Photos machen-Fahren-Halten-Besichtigen-Fahren-Fahren-Crossgolfen-Fahren-Fahren-Fahren-Schlafplatzsuchen-Halten-Feuer machen & Maiskolben grillen-Schlafen-Aufstehen-Fahren… gar nicht so tragisch war. Und dann auf meinem Weg nach Hause kam das erste Abendteuer… ein platter Reifen. Ich also rechts ran, ganz professionel meinen Wagenheber ausgepackt und begonnen zu kurbeln… Mist der ist zu niedrig. Gott ist mal wieder eingesprungen, wenn auch auf die Kosten eines armen anderen Mannes mit nem platten Wohnwagenreifen… der hat dem Abendteuer dann mit nem nigelnagelneuen Wagenheber und elektrischem Reifenaufpumpsystem die letzten triumphierenden Mannsgefuehle geraubt. Dann gings weiter in die schottischen Highlands auf Banks Peninsula, eine Halbinsel direkt suedlich von Christchurch. Ich schlage mich in tiefster Nacht auf den Schotterpisten ueber die Bergkaemme, um in einem Kaff rauszukommen und festzustellen, dass auf dem Berg schlafen viel cooler ist [die normalen asphaltierten und gewundene Strasze waere ja langweilig :]. Also fahre ich auf den naechsten Berg und am naechsten Morgen mit nem platten Ersatzrad wieder runter. Jiihaaa, Abendteuer! Im Kaff vom Vortag halte ich dann den erstbesten an, um mich nach dem naechsten Mechaniker zu fragen. 6 Meilen, aber steig ein, ich schau mir das mal an, war die Antwort. Und mein naechster Gedanke folgt: och noe, wieder einer, der mir die Mannsarbeit abnehmen will. Ich durfte dem 89jaehrigen Mann erstmal auf seinem Segelboot was reparieren helfen und seiner Frau einen Tee trinken, was sich als Mittagessen mit einem Bier entpuppt hat =): Selbstgefangener und von dem ehemaligen Metzger [Spezialisierung Wuerste =] selbst geraeucherter Fisch mit leckerem Salat *jamjam*.

Und dann war ich wieder in Christchurch mit einem neuen Kocher am Start.

10 Tage Auckland.

Die Stadt ist ueberseht von gruenen Flecken und wunderschoenen Haeusern. 2 Millionen Einwohner auf weiszwasich wievielen Quadratkilometern. Die Innenstadt ist trotzdem nur genauso grosz, wie die meiner stolzen Heimatsstadt. Ein perfekter Ort zum Entspannen nach 2 Monaten arabischer Gastfamilie!

Ein fettes Lob an meinem momentanen Couchbesitzer. Ich geniesze seit 6 Tagen seine kochende und staendignachdemWohlfragende Gasftfreundschaft, entspanne in seinem kleinen Garten-Idyll und und lasse mir von ihm die Umgegend zeigen, in einem 306er Cabriolet bei meist grauoderblaustrahlendem Himmel. Toll!

Die Tage ging es dann direkt erst mal in einen beruechtigten Pub, der den Haels-Angels in wahre Engel verwandelt und frueher einen staendig besoffenen und manchmal mitGeldumsichschmeiszenden Besitzer hatte. Neben ein paar Huegeln und einem Ostseestrand gab es dann noch eine Tour ins beruechtigte Eiskaff ohne wirklichen Cafees, eine Wuerstchenbude mit Eis im Angebot und eine Eisbude mit Wuerstchen auf der Tafel. Der Platz ist trotzdem legendaer. Ein deutscher Couchsurfer, den ich in Australien getroffen hatte, berichtete mir schon von einem leckeren Scheuneneisverkauf. Mein Gastgeber wusste auch gleich wo von ich spreche und fuehrte mich an den geheimen Ort.  Ganz Auckland trifft sich hier zum Eisessen … Pokeno.

Nein, der Name von dem Deutschen war irgendwie anders … egal das Eis war trotzdem fantastisch

Geilomat, surfen.

Ich werde ein Surfer. Breitschultrig und mit wehender, blonder Maehne stehe ich am Strand, das Tatoo verziert meine Muskeln in der untergehenden Sonne, das Surfbrett habe ich unterm Arm und der Blick ist gen Meer gerichtet. Ich bin bereit die Wellen zu bezwingen.

Genau auf diesen Moment arbeite ich zu. Und die Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren. Die Haare wachsen seit geraumer Zeit ungebaendigt, der Rucksack ist mein Trainingsgeraet und die ersten Trockenuebungen auf dem Bett sind studiert. Aktueller Trainingsstatus: Couchsurfer. Oh, natuerlich, fuer die Unwissenden. Couchsurfer werden im Fachjargon gemeinhin alle Surfanwaerter bezeichnet, die ihre Trockenuebungen auf einer Couch absolviert haben. In meinem Falle waren es 10 Tage in Dubai,[wie fleiszige Leser wissen] 4 Naechte in Sydney und mittlerweile 4 Tage in Auckland, dem noch weitere 4 folgen werden. Es ist der perfekte Vorgeschmack fuer die wirkliche Weite. Fuer mich, 24 kostenlose Uebernachtungen, voll vom Alltag von waschechte  Einheimischen. Alles  live, in Farbe und 3d, lebensnah  ; ).

Dieser weltbesten Errungenschaft fuer die reisenden Menschheit gebuehrt ein … dem Couchsurfing sei ein Trulala, Trulala | dem Couchsurfing sei ein Trulala, Trulaaalaaaaa! =)

Und genau das habe ich in den letzten 2 Wochen getan. Sydney alleine zu Fusz erkundet und abends den Fernseher mit einem Aussie auf der IT-Branche geteilt. Ich habe 2 Tage Studentenfeten mit einem malaysischen Student gefeiert, um Nachts auf seiner Couch oder auf dem Boden zu pennen. Und in den naechsten zwei Tagen folgte ein Schlafgemach in einem transformierbaren Raumschiffsimulator mit einem 100% durchorganisierten Kiwi. die kleine, liebliche Gartenlaube ;)

Und meine letzte Bleibe in Auckland habe ich bei einem opernsingenden Gentleman in seinen besten Jahren gefunden. Ich wohne in meiner eigenen, kleinen Gartenlaube und geniesze den Regen, der auf das „Zeltdach“ trommelt. Nach 2 Monaten Groszfamilienerlebis und einer restlosen Reise heisze ich diese entpannen Tage definitiv willkommen!

Liebe Leser,

wenn es euch ueberhaupt gibt. Ich sehe mich gezwungen mich an die Oeffentlichkeit zu wenden, also an euch. Meine langen Schweigeperioden will ich nicht weiter mit kontrollierten Schwallstoeszen unterbrechen, sondern in einen steten Flusz von kompakten Texten und netten Bildern verwandeln. Ich hatte schon immer eine Vorliebe fuers Perfekte:  die chronologische Reihnfolge meiner Erlebnisse und Gedanken musste Stimmen, der Text moeglichst umfassend informativ und persoenlich zu gleich sein und dabei sollte nichts verfaelscht werden. Dese Perfektheit wird jetzt durch Impulsivitaet durchbrochen.

Ich ueberspringe einfach zweieinhalb Monate und 3 Kontinente und fange genau da an, wo ich im Moment bin:  in Auckland. Und genau so sieht das andere Ende der Welt aus …Neuseeland

[Auckland | MEZ + 12]

Jeah, ich habe den Flieger bekommen =). Es muss nur noch mein Abholservice in Sana’a die 3. Terminaenderung erreicht haben. *Puh* und dann laeuft alles nach Plan.

Sana’a wird ein Schock sein. 1,6 Millionen Einwohner und 75% schiitische Zaditen und nur 25% sunnitische Schafiiten leben in der Hauptstadt recht viele konservative Muslime. Schwarze, vermummte Gestalten und Maenner in bunten Roecken, einem Schaal auf dem Kopf und dem Krummdolch vor dem Bauch werden vom Exoten zur Norm. Und in welche Kategorie falle ich dann?

DXB – Doha | A330 | 1 Stunde | still | Qatar Airways | Zeit: fluessig & frueh | Speise: vegetarisch & nachbestellbar | Service: umsorgend & laechelnd | Unterhaltung: aelter & vielfaeltig

Doha ist die Hauptstadt eines weiteren Golfstaates namens Qatar. Die Wolkenkratzerlinie wirkt wie Dubai im Kleinformat. Die flughafenintegrierte Zollfreieeinkaufsmall des kleinen Internationalen bestaetigt die Kleinebrudertheorie. Dieses Image macht des Doha schwer die noetigen Fachkraefte anzuheuern, um in die gleiche Hoehe zu schieszen, aber dank des dicken Finanzmantels profitiert der kleine Bruder durch die Abwerbung von Baufachkraefte vom groszen Bruder in Zeiten der weltweiten Finanzkrise. Und die Gaulioses sind mit US$ 10 echt erschwinglich =).

DOH – SAH | A320 | 3 Stunden | beruhigend | Qatar Airways | Zeit: pausierend & planmaeszig | Speise: arabisch & fleischauswahl | Service: nett & mitdenkend | Unterhaltung: allgemein & informierend

Der gluehende Sonnenuntergang mit seinen ausklingenden Apricotoenen wird zum Empfangsritual fuer meine Wenigkeit geworden. Die vereinzelnten Lichtpunkte in der saudischen Wueste unter mir wirken, wie herabgefallene Sterne des tiefblau leuchtenden Sternenhimmels ueber mir. Und mitten im Lichtermeer scheint das Zeichen der arabischen Welt, die nach oben geoeffnete Mondsichel. Fliegen ist echt was feines.

Sanaa [17.05 Uhr MEZ + 2]

Angekommen. *Dooh* da steht niemand nit einem Schild: Marvin Urban. Und es springt mal wieder mein treuer Reisebegleiter ein: der Mann im Buero der fremden Airline spicht Englisch und laesst mich telefonieren [ich glaube in Deutschland waere sowas undenkbar]. Nach 7maligen Nachfragen habe ich dann auch die Adresse notiert und ich verlasse mit der Taxifahrpreisempfehlung des fremden Mannes sein Buero. Am Taxibuero draengen sich dann alle um den komisch aussehenden Mann mit zwei Rucksaecken bis sich herausstellt, dass er 1000 Riyal [250 Riyal = 1 Euro] zu wenig fuer die Fahrt hat. Der Chef sieht es aber als seine persoenliche Aufgabe an mich zu vermitteln. So sitze ich dann in 3 verschiedenen Taxen (Taxis? Ich mag den deutschen Plural nicht) bis sich ein alt genuges gefunden hat. Sind die im Jemen alle so hilfsbereit und freundlich? Gelesen habe ich davon, aber waren das ueberhaupt Jemiten (richtig, Felix! ;) so ohne Rock und Krummdolch? Seltsam.

Dubai ist einfach unbeschreiblich krass. Das fullservice & voll moebilisierte, monatlich 6000 Euro teure Marriott-Appartment mit Pool im 18. Stock und einem eigenen Fintnessraum im Zentrum von Dubai fuer einen frisch graduierten Bauingenuer ist selbstverstaendlich und natuerlich vom Unternehmen gesponsort. Und der Couchbesitzer lebt erst so lange, wie ungefaehr der Boumgedanke im Scheichtum regiert, zarte 23 Jahre. Das voll entfaltete Potenzial sprengt meine Vorstellungskraft.

Warum? Rund 80% der emiratischen Oelvorkommen gehoeren zum Nachbaremirat von Abu Dhabi. Dubai koennte arm sein. Die Scheicherben [derzeit Muhammad bin Raschid] kompensieren Dubai’s Selbstwertmagel mit der Schaffung eines einmaligen Wirtschaftsstandortes: die Unternehmen genieszen eine Infrastruktur vom Feinsten, steuerfrei versteht sich, und die Mitarbeiter den groszten Luxus, selbstverstaendlich umkostenfrei. Dubai lebt von der Weisheit: mehr Geld zieht noch mehr Geld an.

Die viel sprechenden Hochhaeuserschluchten verbergen an ihrem Grund aber noch mehr kapitalistische Wahrheiten. Diese Prunkwelt kann nur durch ihr traurige Seite so glaenzen. Unzaehle Instanies schufften gegen rund 500 Dhs [5 Dhs = 1 Euro] im Monat und ein Bett, dass sie sich mit einem anderen teilen, der schlaeft waehrend der andere arbeitet. Sie leben in ghettoartigen Viertel vor den Toren der Traumwelt und werden in Busladungen an udn abtransportiert. Der Bauingeneur fuehlt sich leicht schuldig.

Es herrscht Kapitalismus in seiner reinsten Form. Die wenigen staatlichen Regulierungen bilden den fruchtbaren Naehrboden fuer den Unternehmenswachstum, die Infrastruktur wird stendig modernisiert und wenn der Monarch Steuern erhebt sind sie gering. Jeder profitiert, Dubai wird zum Handelsdrehpunkt, die Unternehmen florieren und verstaerken den Wettbewerb, die Arbeiter verdienen alle nah ihrem heimatlichen Einkommensstandard oder sogar mehr. Kapitalismus wird in Dubai ohne die Reibungsprodukte und seine haeszlichen Nebenprodukte gelebt: entweder du bist reich, du hast eine geregelte Arbeitsstelle oder du wohnst nicht in Dubai. Es scheint ein Paradies zu sein, wenn du dazu gehoerst.

Ich komme aus Deutschland, einem Land, wo sich Kapitlismus und Demokratie durchgesetzt haben, weil sie durch unsere Geschichte ein Teil unsere Kultur geworden sind. Ich reise in die Vereinigte Arabische Emirat, ein Land, indem vor 30 Jahren der Vermehrung des Reichtums zum Staatsdogma gemacht worden ist. Es gab weder die erforderlichen Staatsform noch das Volks, um ein Glaubensdogma nachfolgen oder Ideale entwickeln zu koennen. Dieses Einwohnerdefizit wird wie jeder andere Mangel geloest: es wird schlichtweg importiert, Autos und Kaffee genauso wie Kultur und Menschen. Dubai wird mehr und mehr zu einem Schauplatz aller reichen Nationen. Die meisten bringen den Luxus der politischen Meinungslosigkeit mit, den sich ironischer Weise meist nur ein reicher Demokrat leisten kann. Politischer Wandel scheint, wie uns die Geschichte vielleicht schon klar machen wollte, in Dubai nur aus einer Unzufriedenheit wegen mangelhafter Erfuellung der Grundbeduerfnisse entspringen zu koennen. Diese Grenze liegt zwar in einem Land in dem Selbstverwirklichung ein Grundbeduerfnis ist vermutlich verhaeltnismaszig hoch, wird aber durch das WorkOrGo-Prinzip schwer zu Unterschreiten sein. Das ganze Erfolgsgeheimnis scheint die Harmonie der politischen Hegemonie, dem hohen Reichtu der wenigen wirklichen Arabern und den Prinzipien des Kapitalismuses zu sein. Ein politischer Wandel scheit im derzeitigen Klima nur durch eine aeuszere Stoerung dieses Dreiecks moeglich zu sein oder der naechste Scheich ist einfach kein Kapitalist.

Ich fuehle mich zeitweise wie in einer Plastikwelt. Das fast sympathisch, menschliche daran ist, dass fast jeder zu diesem Bewusstsein steht und es nicht schlimmm findet. Ich finde Dubai trotz diese plastikauthenzitaet befremdlich und irgendwie unmenschlich. Es fehlen nicht nur Moral und Verantwortungsbewusstsein fuer die Mitmenschen, sonder einfach auch ein Stueck weit wirkliche Kultur. Ob diese wie in den Staaten wachsen kann bezweifel ich, da die Bevoelkerung von einer zu hohen Fluktuationsrate betroffen ist und zudem ein vereinender religioeser, kultureller oder ideeler Geist fehlt. Das einzig verbindene Element, der Konsum, scheint visionslos. Allerdings waechst genau aus dieser Motivation eine Vision: Dubai als Superlativ mit dem Motto wir schaffen immer dasd Groeszte und Beste, egal von was!

Es bleibt die Hoffnung, dass sich das Bewusstsein des Volkes wandelt. Sie zerstoert derzeit die Umwelt und foerdert die soziale Ungleichheit, aber nur so lange ruecksichtsloser Konsum der Trend ist. Fordert der Komsument soziale und gruene Produkte wird sie zur Motivation, um grosze Schritte im Umweltschutz und fuer die soziale Gleichheit zu unternehmen. Wo die Saettigung des Kapitalismuses quasi zum Staatziel aufgestiegen ist, muss sich auch die Monarchie nach seinen Buegern, den Konsumenten, richten. Die kapitalistiche Monarchie wird mit einer Demokratie vergleichbar, in der die Stimmenanzahl des einzelnen von seinem investierten Kapital abhaengig ist. Eine kapitalistische Vision alsdie demokratische Hoffnung der Vereinigten Arabischen Emiraten -ohne mich. Ich bin stolz darauf das Kind einer realen Demokratie zu sein.

random Photos

tschoenesNeuseeland 650

tschoenesNeuseeland 649

tschoenesNeuseeland 647

tschoenesNeuseeland 646

tschoenesNeuseeland 645

More Photos

gedankenstriche

- wenn gruensein ein Trend waere, waere Dubai am gruensten - Herrlichkeiten koennen nur von Gott kommen -

Zeitreise

Dezember 2009
M D M D F S S
« Mai    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031